Natur gerettet!

Endlich rechtsverbindlicher Beschluss gegen riesige Suchgebiete für Gewerbe

Endlich ist es geschafft: ein verbindlicher Beschluss des Bauausschusses legte am Donnerstag fest, dass das riesige Suchgebiet für große Gewerbeflächen im Wormser Westen nicht angetastet wird. Dort werden weiterhin Lebensmittel wachsen, Kaltluft für Worms entstehen und Schutzräume für die Natur, sog. 'Grünzüge' nicht angetastet werden.
  • Zarte Knospen am Baum der Hoffnung

  • Baum der Hoffnung

  • Sprecher Bündnis Hoher Stein

  • Erstes Pressegespräch

  • Friday for Future

  • Presseinformation

  • Infoveranstaltung in Pfeddersheim ist gut besucht

  • Infoveranstaltung in Heppenheim ist auch gut besucht

  • Karl Müller informiert über Kaltluftentstehung und Kaltluftabfluss im Suchgebiet

  • Pflanzung Baum der Hoffnung am Hohen Stein

  • Baumpaten Irene und Jens

725 Hektar Suchraum

Von Heppenheim über Pfeddersheim bis Herrnsheim und Abenheim erstreckte sich das Suchgebiet seit November 2019 über riesige 725 Hektar (siehe Karte), die zunächst auch den schon 2013 umkämpften Hohen Stein einschlossen. Binnen Tagen hatte sich jedoch der Protest formiert und 13 Verbände und Parteien machten vehement auf den drohenden Flächenverbrauch aufmerksam. In gut besuchten Bürgerversammlungen in Pfeddersheim und Heppenheim erläuterten kundige Referenten präzise die klimatischen, landwirtschaftlichen und natürlichen Funktionen dieser Felder und Grünstreifen, die eigentlich auch raumplanerisch geschützt waren. Dennoch sollte dieser Schutz ausgehebelt - oder wie die GroKo sagte - „überwunden" werden.

Bürgerprotest bewirkt Umdenken

Hunderte Bürger wollten einen solchen Ausverkauf ihrer Heimat nicht zulassen. Nach einem Beschluss des Pfeddersheimer Ortsbeirates gegen die Gewerbepläne begann daher die Front der Befürworter eines solchen Landfraßes vor allem für Logistikansiedelungen kontinuierlich zu bröckeln. Verbal gingen Oberbürgermeister und GroKo zunehmend auf Distanz, fassten aber lange keine Beschlüsse, welche die Natur klipp und klar über den Bodenhunger der Logistikkonzerne gestellt hätte. Genau darauf drang das breite Bündnis von Umweltverbänden, Bauern, Landfrauen, Jugendorganisationen und vier Parteien immer wieder.

Rechtsverbindlicher Beschluss

Am Donnerstag, den 14.5.2020 war es dann so weit:

Der Bauausschuss beschloss, dass keine Gespräche zur sog. „Überwindung" der 'Vorrangflächen Landwirtschaft' und der 'Regionalen Grünzüge' geführt werden sollen. Damit ist die beabsichtigte Versiegelung von mindestens 50 Hektar fruchtbarem Ackerboden und Naturgebieten endlich abgewehrt.

Die nun beabsichtigte Suche nach Gewerbeflächen südlich der Kolpingstraße ist von gänzlich anderer Qualität, denn dort sind Logistikhallen klimatisch ausgeschlossen und auch sonst bleibt spannend, in welchem Umfang eine Bebauung verträglich wäre.

Was bleibt?

„Ohne den deutlichen Widerstand organisierter Bürger, hätte dieses landschaftliche Erbe nicht für die nächsten Generationen bewahrt werden können", resümiert Bündnissprecher Richard Grünewald. „Warum es die GroKo angesichts fridays for future überhaupt noch einmal probiert hat, bleibt ein Rätsel und spricht nicht wirklich für Lernfähigkeit."

„Ich bin unheimlich erleichtert", sagt Bündnissprecherin Elke Goldschmidt, „jetzt können auch unsere Kinder und Enkel noch Natur in direkter Umgebung erleben und regionale Lebensmittel anbauen und genießen. Für mich zeigt Corona, dass wir immer mehr auf die fruchtbaren Böden unserer Heimat angewiesen sein werden und nicht weniger."

Im Namen des Bündnis Hoher Stein danken wir ganz herzlich den vielen wachsamen Bürgerinnen und Bürgern die unsere gemeinsame Kampagne für Klima, Umwelt und Landwirtschaft so vielfältig unterstützt und somit letzten Endes zum Erfolg gemacht haben.

Einmal mehr hat sich gezeigt: Bürgerschaftliches Engagement lohnt sich!