Wormser Bündnis Hoher Stein hat bereits 4.000 Mitglieder - Weitere Infostände geplant

von Ulrike Schäfer

Das Bündnis Hoher Stein hat einen Zulauf, von dem Parteien und Vereine nur träumen können. Allein im vergangenen Monat konnte die rührige Gruppe 1.000 Menschen davon überzeugen, dass die 140 Hektar Ackerland zwischen Pfeddersheim und Heppenheim nicht bebaut werden sollen, und wuchs damit auf 4.000 Unterstützer an.

Nummer 4.000 war die Horchheimer Ärztin Ariane Jeschek, die zur Begrüßung von Unterstützerkoordinatorin Iris Weiß und Bündnis-Sprecher Marcus Centmayer einen Präsentkorb mit Produkten vom Hohen Stein erhielt. Dass sie besonders bekömmlich sind und gut schmecken, steht für Iris Weiß außer Zweifel. „Der Boden am Hohen Stein ist allerbester Boden, und zwar im europaweiten Vergleich; das hat jetzt auch die Doktorarbeit von Maren Heincke an der Uni Mainz bestätigt“, betont sie. „Es ist für mich unerträglich, dass ein solcher Boden nicht landwirtschaftlich genutzt, sondern durch Bebauung zerstört werden soll. Ein Boden lässt sich nie wieder renaturieren“.

Höhere Feinstaubwerte?

Ariane Jeschek, Mitglied bei BUND und Nabu, die sich nach eigenen Angaben immer wehrt gegen alles, „was man der Natur antut“, unterstreicht diese Argumentation zwar mit Nachdruck („Unser schrumpfendes Volk kann es sich gar nicht leisten, gutes Ackerland zu vernichten“), doch ihre Gründe, dem Bündnis beizutreten, sind noch andere. Sie denkt vor allem als Medizinerin und hat zwei Einwände gegen den geplanten Gewerbe-, Technologie- und Industriepark.

„Der Höhenzug Hoher Stein ist die einzige große Frischluftschneise des Stadtzentrums“, sagt sie. „Durch eine großflächige Bebauung wird es zu einer Verriegelung der unverbrauchten Frischluftströme aus dem Pfälzer Wald kommen, so dass der Luftaustausch im Stadtgebiet nicht mehr funktioniert. Das Ergebnis wird sein, dass die Feinstaubwerte ansteigen. Das hat erwiesenermaßen eine Steigerung von Erkrankungen der Atemwege mit erhöhten Herz-Kreislauf-Belastungen zur Folge, die bei älteren Patienten durchaus zum Tode führen können.“ Bei Kleinkindern seien unter entsprechenden Bedingungen verstärkt Asthma und chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen beobachtet worden. „Möglicherweise rufen hohe Feinstaubwerte Asthma sogar hervor“, ergänzt sie.

Klimagutachten gefordert

Vehement setzt sich Ariane Jeschek deshalb für die Forderung des Bündnisses nach einem aussagekräftigen Klimagutachten sowie nach einer Klimawandelfolgeabschätzung für die Stadt ein. Noch mehr Unterstützung will sich das Bündnis am 15. und 16. März am Horchheimer Kreisel holen, und auch bei „Worms blüht auf“ will es in der Innenstadt mit zwei Infoständen für Aufklärung sorgen. Unterschriftenlisten liegen weiterhin aus. „Wir werden nicht aufgeben“, sagt Iris Weiß, „selbst wenn es mit dem Hamster nicht klappen sollte. Wir wollen, dass das Gebiet zukünftig wieder vorrangig für Landwirtschaft genutzt wird.“

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