Gutachter stellt im Wormser Stadtrat sein Konzept vor

von Johannes Götzen

Wenn der Feldhamster auftaucht, verschwinden die Pläne im Reißwolf. Das Vorkommen solcher geschützter Arten wäre ein „K.o.-Kriterium" für das geplante Gewerbegebiet „Am hohen Stein" zwischen Pfeddersheim und Heppenheim. Abzuschätzen, welche potenziellen Konflikte es aus Umweltsicht für dieses Projekt gibt, ist die Aufgabe von Professor Dr. Michael Koch und seinem Büro „Planung und Umwelt". Vor zwei Wochen hatte er sich dem Haupt- und Finanzausschuss präsentiert (wir berichteten), am Mittwoch war er zur öffentlichen Sitzung des Stadtrates gekommen, um darzustellen, welchen Fragen er nachgehen wird.

von Johannes Götzen

Gutachten zum Wormser Gewerbegebiet "Am hohen Stein" soll gar keines sein

Der Protest gegen die von OB Michael Kissel (SPD) in Auftrag gegebene Unter­suchung zum geplanten Gewerbegebiet „Am hohen Stein“ hat sich nach der Haupt- und Finanzausschuss-Sitzung am Mittwoch gelegt.

Professor Dr. Michael Koch, Inhaber des Büros „Planung und Umwelt“ in Stuttgart, machte dem Gremium deutlich, dass er kein explizites Klima-Gutachten fertigen werde, als das es OB Kissel im Dezember angekündigt hatte, sondern eine „Konflikt-Analyse“.

Eine Auswertung aller vorhandenen Daten inklusive des Spacetec-Gutachtens aus den 90er Jahren sowie einige zusätzliche neue Messungen und Unter­suchungen sollen insbesondere zeigen, ob es so genannte „K.O.-Kriterien“ gibt oder geben könnte, die eine Nutzung des etwa 100 Hektar großen Gebietes zwischen Pfeddersheim und Heppenheim ausschließen. Ergebnis könne sein, dass weitere, vertiefende Gutachten notwendig sind, etwa auch ein „echtes“ Klimagutachten mit den Auswirkungen für die gesamte Stadt.

Selbst untersuchen wird das Büro die klimatischen Verhältnisse im direkten Bereich des geplanten Gebietes. Dabei geht es um die so genannten Kaltluft­entstehungsgebiete und Kaltluftströme sowie die unmittelbaren Auswirkungen für Pfeddersheim. Ins Detail gehen könnten solche Unter­suchungen allerdings erst im Rahmen des konkreten Bebauungsplanverfahrens, so Koch, denn erst dann stehe beispielsweise fest, welche Gebäudehöhen geplant sind. Am Ende seiner Untersuchungen stünden Empfehlungen, machte Professor Koch deutlich. Das beziehe sich auf die Größe des Gebietes („von 0 über 20, 70 bis 100 Hektar ist alles möglich“), die Lage oder auch die Größe und Stellung von Gebäuden.

von Johannes Götzen

Fraktion FWG/Bürgerforum fordert Klimagutachten-Informationen für Wormser Stadtrat

Umfassende Informationen rund um das neue Klimagutachten zum geplanten Gewerbegebiet „Am hohen Stein“ verlangt nun auch die Fraktion FWG/Bürger­forum.
Sie forderte Oberbürgermeister Michael Kissel (SPD) dazu auf, nicht nur wie von Kissel angekündigt im Ausschuss, sondern den Stadtrat direkt zu informieren. „Wir gehen davon aus, dass Sie dieser Informationspflicht gegen­über dem Stadtrat in der Ratssitzung im Januar nachkommen werden“, schreiben Mathias Englert und Astrid Perl-Haag für das Bürgerforum sowie Karl Müller für die FWG.

Die Fraktion fordert vom OB das, was zuvor die Gegner der Gewerbegebietspläne vom „Bündnis Hoher Stein“ sowie Bündnis 90/Die Grünen ebenfalls getan hatten, nachdem Kissel berichtet hatte, dass er den Auftrag für ein neues Klima­gutachten im Dezember vergeben habe. Dazu gehört für FWG/Bürgerforum zum einen eine exakte Aufgabenstellung für das Gesamtgutachten und alle seine Teilgutachten. Darauf hatte auch das Bündnis Hoher Stein besonderen Wert gelegt, denn man „erhält nur Antworten auf das, wonach man fragt“. Zudem möchte die Ratsfraktion auch wissen, welche Honorare und eventuelle Neben­honorare vereinbart worden sind. Schließlich wollen FWG/Bürgerforum ebenfalls den Namen des beauftragten Ingenieurbüros sowie dessen Referenzen kennen.

von Johannes Götzen

Gelände nicht für Industrie geeignet

Die Planungen der Stadt, auf dem ehemaligen Salamander-Gelände städtische Einrichtungen und Eigenbetriebe zu konzentrieren, sieht das „Bündnis Hoher Stein" kritisch, so sein Sprecher Marcus Centmayer. Der sanierte frühere Industriestandort stehe seit etlichen Jahren leer, nachdem sich Planungen unter Einbeziehung privater Investoren nicht hätten realisieren lassen. Dafür seien vor allem hohe Kosten für den Grunderwerb angeführt worden. Für Industrieansiedlung sei das Gelände nicht geeignet, und Teilbereiche kämen auch für eine Wohnbebauung nicht in Frage. Gleichwohl handele es sich um eine stadtnahe, hoch attraktive Fläche im Innenbereich, mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und in Bahnhofsnähe, glaubt das Bündnis Hoher Stein.

von Christian Mayer

Mit Kerzen gegen Gewerbegebiet

PROTESTAKTION 300 Menschen demonstrieren mit BI gegen „Hohen Stein“

getreide
Bild: Bündnis Hoher Stein

Die Flammen der zahlreichen Kerzen lodern tapfer, obwohl der Regen sie immer wieder zum Ausgehen zwingen will. Um die kleinen Lichtchen herum stehen 300 Menschen. Sie alle haben sich am Montagabend trotz des unwirtlichen Wetters vor dem Lutherdenkmal versammelt haben, um gegen das geplante Industrie- und Gewerbegebiet zwischen Pfeddersheim und Heppenheim zu demonstrieren. Um sie herum geht das Alltagsgeschehen weiter; das hektische Weihnachtsmarkttreiben, der Autoverkehr.

Unter keinem guten Stern

Diskussionen um Gewerbegebiet „Am Hohen Stein“ nehmen zu

von Frank Fischer (WO!-Magazin, November 2012)

Nachdem man monatelang das Gefühl hatte, dass es der schweigenden Mehrheit in Worms egal ist, ob vor den Toren von Worms-Heppenheim das neue Gewerbegebiet „Am Hohen Stein" entstehen soll, scheinen sich in den letzten Wochen immer mehr Leute für das Thema zu interessieren. Doch anstatt sich darauf zu besinnen, die Anzahl der Befürworter des umstrittenen Millionenprojektes zu vermehren, beschränkt sich die politische Führung darauf, die Kritiker des Projektes zu denunzieren. Das alleine wird aber gewiss nicht ausreichen, um die Bevölkerung hinter sich zu bringen…

von Johannes Götzen

Bündnis Hoher Stein wächst rasant weiter

GEWERBEGEBIET Gegner wollen weiter Unterstützer werben

BHS 1500 Mitglied
Bild: Bündnis Hoher Stein

Eigentlich ging es ja darum, das 1 500. Mitglied beim „Bündnis hoher Stein“ zu begrüßen. Doch bis der Termin zustande kam, waren schon wieder zahlreiche weitere Menschen aus Protest gegen das zwischen Heppenheim und Pfeddersheim geplante Gewerbegebiet beigetreten. Iris Weiß jedenfalls wedelt lachend mit einem Bündel Unterschriftenlisten, die sie gerade zurückbekommen hat. Vor allem in Pfeddersheim hatte sie diese in möglichst vielen Geschäften ausgelegt oder anderweitig verteilt. Jetzt will das Bündnis auch in den anderen Stadtteilen ähnlich aktiv werden, weshalb dazu weitere aktive Helfer gesucht werden. Schließlich will das Bündnis jetzt auch ganz intensiv in der Innenstadt tätig werden, kündigt Marcus Centmayer an. Infostände in der Fußgängerzone werden natürlich dazugehören.

von Felix Zillien

Talbrücke statt hoher Dämme

A 61 Autobahnbau begann vor 40 Jahren / Stelzen-Bauwerk bei Pfeddersheim lässt Luft ungehindert strömen

Vor genau 40 Jahren - im Oktober 1972 - trat der Beschluss des Bundesverkehrsministeriums zum Bau der Autobahn (A 61) für den Streckenabschnitt Bingen-Frankenthal in Kraft, nachdem mehrere Jahre der Planung vorausgegangen waren und der Ausbau im Raum Krefeld schon begonnen hatte. Von der Gesamtlänge der Autobahn von 370 Kilometern liegt der längste Abschnitt mit 207 Kilometern in Rheinland-Pfalz. Auf Nordrhein-Westfalen entfällt ein Streckenanteil von 158 Kilometern und in Baden-Württemberg sind es fünf Kilometer.

von Manfred Janß

Informationsabend des "Bündnisses Hoher Stein" über geplantes Gewerbegebiet

Etwa 130 Bürger waren am Freitagabend der Einladung des „Bündnisses Hoher Stein“ zu einem Informationsabend zum geplanten Gewerbegebiet zwischen Pfeddersheim und Heppenheim gefolgt. Das evangelische Gemeindehaus in Pfeddersheim war bis auf den letzten Platz besetzt, Bündnissprecher Marcus Centmayer überrascht: „Mit so viel Resonanz hätten wir gar nicht gerechnet.“ Ortsvorsteher Alfred Haag war nicht gekommen, OB Michael Kissel auch nicht. Innerhalb von vier Monaten sind dem Bündnis bereits rund 1.000 Mitglieder beigetreten. „Das macht Hoffnung. Denn bis zur endgültigen Entscheidung sind viele Stadtratsbeschlüsse notwendig. Wenn nur einer scheitert, ist das Thema Hoher Stein erledigt“, meinte Bündnissprecher Richard Grünewald.