von Gernot Kirch

„Kostbarer Ackerboden im Fokus"?“

Die Bürgerinitiative (BI) gegen das beabsichtigte Gewerbegebiet „Am hohen Stein“ lässt in ihrem Protest nicht locker. Nachdem vor zwei Wochen eine mögliche Feldhamster-Population auf dem Areal zwischen Pfeddersheim und Heppenheim thematisiert wurde, konzentrierte sich das Bündnis am Wochen­ende auf die Information der Bürger in Worms-Pfiffligheim.

Mit drei Info-Ständen war die BI präsent und legte den Schwerpunkt neben den klimatischen Fragenstellungen auf den Verlust der guten Ackerböden, die un­wieder­bringlich verloren wären, sollte der Gewerbepark realisiert werden. Insgesamt konnte das Bündnis am Samstag in Pfiffligheim 250 neue Mitglieder werben.

Das Bündnis wies gegenüber dem NK darauf hin, dass sich alleine in den letzten 50 Jahren weltweit die nutzbare land­wirt­schaftliche Fläche pro Kopf um die Hälfte verringert habe. Wie ernst die Situation in Bezug auf die Vernichtung von Agrar­flächen inzwischen sei, könne man daran ablesen, dass rund 400 Regierungs­ver­treter und Wissen­schaftler auf einem Kongress in Berlin, zu dem der ehe­malige Bundesumweltminister Klaus Töpfer geladen hatte, vehement forderten: „Rettet die Böden!“

Die ganze Dramatik könne man dabei nur verstehen, wenn man beachte, dass es 500 Jahre dauert, bis sich zwei, drei Zentimeter fruchtbaren Humus­bodens neu gebildet hätten, so die BI. In einer Presseerklärung führten die Gegner des Hohen Stein weiter aus, dass die letzte Bodenbildungsphase in unserem Raum im Verlauf der letzten 10000 Jahre geschah.

Uli Weiss mahnte daher gegenüber dem NK: „Wird der kostbare Boden am Hohen Stein erst ein mal abgetragen und sind die Flächen versiegelt, ist die wertvolle Humusschicht für immer verloren.“

Zum Artikel im Nibelungenkurier