„Aktiv bei Umzug in Heppenheim / Diskussion um Fotomontage des geplanten Gewerbegebiets

von Christian Mayer

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Bild: Bündnis Hoher Stein

Es ist ein Bild, eine Montage, die Aufsehen erregen soll. „So groß ist das geplante Industriegebiet am Hohen Stein; so schlimm die Verschandelung zwischen Pfeddersheim und Heppenheim“ – so ähnlich haben es die Mitglieder des Bündnisses Hoher Stein am Wochenende skandiert. Als Teil des Pfeddersheimer Marktes haben Bündnismitglieder einen Markttreff mit einer kleinen Ausstellung und Infotafeln über das geplante Baugebiet im Weingut Pflüger-Umstadt veranstaltet. Und das offensichtlich mit Erfolg: Allein am Samstagabend sollen nach Angaben des Bündnisses mehr als 350 Gäste die Ausstellung besucht haben.

Höhepunkt der Ausstellung: eine Luftbildaufnahme des Hohen Steins und dem dahinter liegenden Pfeddersheim, auf die ein technischer Zeichner aus Pfeddersheim seine Sicht des geplanten Technologieparks skizziert hat (die WZ berichtete). „Wir wollten beide Gebiete – sowohl das geplante Baugebiet als auch das Stadtbild Pfeddersheims – in einen Vergleich setzen“, erläuterte Bündnis-Mitglied Marco Lenck. „Natürlich wirkt die Fläche im Vordergrund größer – aber das Gebiet ist auch faktisch groß; es ist wie ein neuer Stadtteil!“

Das Bündnis habe intern im Vorfeld lange über das Bild diskutiert – schlussendlich ist sich das Leitungsteam einig: „Wir haben noch ein sehr nettes Bild gezeichnet.“ Daher könne man auch die Aufregung darüber nicht verstehen, die Zeichnung würde ein übertriebenes Bild zeigen. „Es sind sogar sehr wenig Industrieanlagen zu sehen, da wir nicht glauben, dass das Gelände für Industrie attraktiv ist. Und die gezeigten Logistik-Unternehmen würden schlussendlich dichter stehen, wie wir sie entworfen haben“, so Marco Lenck. „Der Schornstein“, ergänzte Bündnis-Sprecher Richard Grünewald, „ist eher ein symbolisches Element“. Außerdem fehlten auf der Zeichnung noch die Erschließungsstraßen von der B47 in das Gewerbegebiet hinein. „Vor allem wenn man mal das Industriegebiet an der B9 entlang fährt, kann man sich ein Bild davon machen, wie verharmlosend die Zeichnung sogar ist“, betonte Bündnis-Sprecher Marcus Centmayer. Ohne ein Fernglas, hat Grünewald festgestellt, könne man nicht von einer Grenze zur Nächsten blicken. „Die Größe ist unvorstellbar!“

Die Idee einer Luftbildaufnahme existierte schon länger. In die Tat umgesetzt werden konnte sie, allerdings erst als der Pilot Günter End, ein treuer Bündnis-Anhänger, auf das Leitungsteam zukam und anbot, von seiner Cessna aus zu fotografieren. „Nichts bleibt so sehr im Gedächtnis wie ein Foto. Man bekommt ein Gefühl dafür, was da verschwinden soll“, bemerkte Marcus Centmayer. Man habe „den Argumenten ein Gesicht“ geben wollen.

„Es ist das, was uns ausmacht: Ideen, die aus den Reihen der eigenen Mitglieder kommen. Zwar können nicht alle Aktionen umgesetzt werden, aber daran sieht man, dass das Bündnis lebt und viel Kreativität freisetzt“, freute sich Grünewald. Dank der eifrigen Mitglieder konnte sogar ein Festwagen auf dem Heppenheimer Umzug am Sonntagnachmittag gestaltet werden – beim Pfeddersheimer Umzug wurde das Bündnis erst gar nicht zugelassen.

Artikel in der WZ: HOHER STEIN - Aktiv bei Umzug in Heppenheim / Diskussion um Fotomontage des geplanten Gewerbegebiets