„Ein sehr komplexes Problem” - SPD-Bundestagskandidat Marcus Held bemüht sich um neutrale Haltung

von Florian Stenner

marcus-held
Bild: Bündnis Hoher Stein

Der Nächste, bitte! Nach den Besuchen von Jan Metzler (CDU) und Jan Stich (Bündnis 90/Die Grünen), beide Bewerber um das Direktmandat für den Bundestag, folgte auch SPDler Marcus Held der Einladung des Bündnisses Hoher Stein zur gemeinsamen Begehung des Ackerlands zwischen Pfeddersheim und Heppenheim. Am Hohen Stein, ein 140 Hektar großes Gebiet mit fruchtbarem Boden, werden nicht nur Grundnahrungsmittel angebaut, sondern es ist zugleich ein Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Schützenswert, wie das Bündnis Hoher Stein findet. Um den Erhalt bemüht, befindet sich das Bündnis deshalb seit vielen Jahren im Clinch mit der Stadt, die den Bau eines Gewerbe- und Technologieparks am Hohen Stein anstrebt.

Das Bündnis nutzt die Zeit des Wahlkampfs, um die Spitzenkandidaten mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen. So hatte sich nun SPD-Bundestagskandidat Marcus Held auf den Weg gemacht. In Obrigheim aufgewachsen, zeigte sich der Politiker ortskundig. Zunächst bewaffnete er sich mit einem Fernglas, um sich vor der Begehung des betroffenen Gebiets einen Eindruck zu verschaffen, ehe er sich nach der zerfahrenen Situation erkundigte. Bündnissprecher Marcus Centmayer berichtete: „Die Stadt hat momentan eine Konfliktpotenzialanalyse in Auftrag gegeben, deren Auswertung aber noch nicht fertig ist.“ Allerdings sei bei der Analyse zum Beispiel die Kaltluftschneise, die die Stadt vom Hohen Stein aus mit Frischluft versorge, kein Untersuchungsgegenstand, wie Centmayer beklagte. Held, stets an Details interessiert, bemühte sich um eine neutrale Haltung: „Ich kann das Problem nicht lösen, aber die Informationen sind sehr hilfreich. Das ist ein sehr komplexes Problem.“ Es gelte es für ihn, „eine Lösung vor Ort zu finden“

Ebenfalls von Interesse war für den studierten Juristen die Rechtslage. Schnell entwickelte sich ein lebendiger Meinungsaustausch zwischen dem Politiker und den beiden Bündnissprechern Marcus Centmayer und Richard Grünewald. Nicht minder lebendig wurde auch das Thema Arbeitsplätze diskutiert. Zunächst stellte Held die Grundsatzfrage: „Ist es überhaupt vorstellbar, dass sich Unternehmen in diesem Bereich ansiedeln?“ Eine Steilvorlage für Marco Lenck, Unterstützer des Bündnisses Hoher Stein. Dieser prognostizierte, dass größtenteils logistische Unternehmen den Hohen Stein als Standort wählen würden, dies jedoch keine Fachkräfte nach Worms zöge.

Artikel in der WZ: Ein komplexes Problem - SPD-Bundestagskandidat Marcus Held bemüht sich um neutrale Haltung