Erlebnistag des Bündnisses trotz zunächst widriger Witterung ein Erfolg / Diskussionsrunde und buntes Programm

von Gunter Weigand

Am vergangenen Sonntagmorgen schien so, als habe Petrus höchstpersönlich etwas gegen die Bestrebungen des Bündnisses Hoher Stein, mit einem Erlebnistag die landwirtschaftlich genutzte Fläche zwischen Pfeddersheim und Heppenheim der Bevölkerung näher zu bringen und so für ihren Erhalt zu kämpfen.

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Bilder: Bündnis Hoher Stein

Heftige Regenfälle seit den frühen Morgenstunden hatten die Feldwege in Matsch verwandelt und machten ein Gelingen der Veranstaltung unwahrscheinlich.

"Wir waren schon kurz davor, die Sache abzublasen", gestand Richard Grünewald, doch als die ersten Besucher eintrafen, entschied man sich, die Sache durchzuziehen. Und plötzlich wurde der Erlebnistag zum Woodstock des Bündnisses Hoher Stein", berichtete der Bündnissprecher erfreut.

Marcus Centmayer führte Besuchergruppen über eine Erlebnisroute, die den Teilnehmern den Wert des Gebiets für Landwirtschaft und Natur näher brachte. Schautafeln erläuterten von Brotgetreide über Kartoffeln und Erbsen die angebauten Kulturen und stellten die Bauernfamilien vor, welche die Felder bewirtschaften.

Im frischen Westwind konnte man an aus eigener Erfahrung spüren, dass über dieses Areal eine Kaltluftschneise verläuft, die gerade für die klimatischen Bedingungen in der Stadt Worms eine besonders wichtige Bedeutung hat.

Die kleinen Gäste konnten sich mit dem Bau von Insektenhotels handwerklich betätigen oder an den NABU-Ständen Buttons basteln. Eine kleine Bühne war Schauplatz für eine Talkrunde mit Vertretern des Wormser Stadtrats. Hans-Jürgen Müsel (CDU) machte sich ebenso wie Karl Müller (FWG) für den Erhalt des Hohen Steins für die Landwirtschaft stark. Auch Dr. Jürgen Neureuther (FDP) und die Grünen Stadträte Kurt Lauer und Michael Mahla sprachen sich gegen einen Flächenverbrauch aus. Nicht vertreten war die SPD, die allerdings auch keine Einladung erhalten hatte.

Höhepunkt war dann eine von rund 400 Menschen gebildete Kette, mit der ein 1,4 Hektar großer Acker teilweise umstellt wurde, um das Gebiet symbolisch zu schützen.

Original im Wormser Wochenblatt: Woodstock am Hohen Stein