„Stoppschild“ soll Stadt bremsen - 24 Eigentümer wehren sich gegen geplantes Gewerbegebiet / Programm am Sonntag

von Johanes Götzen

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Bild: Bündnis Hoher Stein

Etwa ein Drittel der für das Gewerbegebiet „Am hohen Stein“ benötigten Fläche hat die Stadt bereits erworben. Die Besitzer eines weiteren Drittels allerdings wollen unter keinen Umständen verkaufen, an niemanden. Das machen sie deutlich mit „Stopp-Schildern“, die jetzt überall verteilt auf den Äckern zwischen den Stadtteilen Pfeddersheim und Heppenheim zu sehen sind. Insgesamt sind es 24 Eigentümer, die sich so auf ihren 64 Parzellen im Gebiet „Am Hohen Stein“ klar gegen die Pläne der Stadt wenden. Und deren Umsetzung so zumindest erschweren wollen.

Eine Enteignung ist für die Stadt juristisch wohl nicht möglich, doch macht sich das „Bündnis Hoher Stein“ keine Illusionen. Eine „kalte Enteignung“ wäre dann wohl die Folge, weiß Sprecher Richard Grünewald. Soll heißen: Entweder würden Anliegerbeiträge erhoben, die so hoch seien, dass mancher doch verkaufen muss, oder es werde zum Mittel der Zwangsumlegung gegriffen, bei der Betroffenen Ersatzgrundstücke an anderer Stelle zugewiesen werden.

Das Bündnis lädt erneut zu einem Erlebnistag auf dem Gebiet ein. Das Wetter zumindest scheint mitzuspielen, Sonne und Wind werden für abgetrocknete Äcker sorgen, ist Landwirt und Winzer Grünewald sicher. Im Herzen des Hohen Stein wird ein „Festplatz“ hergerichtet, natürlich wird es Kulinarisches geben. „Der Hauptdarsteller wird aber der Hohe Stein selbst sein“, kündigt Grünewald an. Ein Erlebnis-Rundweg ist geplant, der etwa eine Stunde dauert, und auf dem man die Natur dort in ihren verschiedenen Facetten erleben kann. Es geht vorbei an den Blühstreifen, es gibt verschiedene Erklär-Stationen. Es soll aber auch einfach nur Spaß machen, die Natur zu erleben, so Grünewald. Auf einem Teilstück, das mit 1,4 Hektar ziemlich genau ein Hundertstel des geplanten Gewerbegebietes ist, soll ab 15 Uhr am Aktionstag eine Menschenkette gebildet werden. Sie soll um die Parzelle herumgehen und diese dadurch symbolisch vor einem Zugriff bewahren. Rund 800 Menschen wären dazu notwendig, schätzen die Organisatoren.

Artikel in der WZ: „Stoppschild“ soll Stadt bremsen