Wem nützt es?

Die alte Frage cui bono? (wem nützt es?) ist immer wieder erhellend.

Aus dem Verkauf der Gewerbeflächen kann die Stadt Worms keinen Gewinn ziehen, da sie nicht über die finanziellen Mittel verfügt, diese Flächen zu erschließen.
Dies wird sie einem Investor übertragen müssen, der somit auch in erster Linie davon profitieren wird.

Ein Investor wird zwar die sog. innere Erschließung (im Baugebiet) tragen, kaum aber die äußere Erschließung, also den Anschluß des ganzen Gebietes an die restliche Infrastruktur der Stadt.
Die äußere Erschließung aber wird im vorliegenden Fall aufgrund der Lage fernab besonders teuer.

Die Hoffnug auf Gewerbesteuereinnnahmen wird sich wenn, dann erst spät erfüllen (siehe Ökonomie).
Die Einkommensteuer der Beschäftigten wird schmal ausfallen, da viele nicht in Worms wohnen, sondern einpendeln werden.

Eingessesene Unternehmen werden die Konkurrenz um Fachkräfte zu spüren bekommen.

Sollte - wie zu erwarten unter dem Druck der Vorfinanzierung und des steigenden Angebotes an Gewerbeflächen in der Region - günstig verkauft werden müssen, dann profitieren ansiedelungswillige Unternehmen von den niedrigen Grundstückpreisen.

Wer zahlt die Zeche?

In erster Linie die Natur.
An ihr aber hängen wiederum Menschen:

  • Landwirtschaft:
    Betriebe verlieren Flächen und müssen höhere Pachtpreise zahlen. Junge Bauern verlieren Zukunftsperspektiven.
  • Wormser Bürger,
    deren Klima sich verschlechtert und deren Gesundheit belastet wird.
  • Kinder Wormser Bürger,
    die städtische Schulden erben.
  • Verbraucher,
    die weniger regionale Lebensmittel kaufen können.

Diese Privatisierung von Gewinnen und Vergesellschaftung von Lasten ist zwar nicht selten, dennoch sie ist in hohem Maße unfair.

Der nächsten Generation natürliche und finanzielle Ressourcen wegzunehmen ist unsozial.