Kein Gewinn in Sicht

Hohe Erschließungskosten und lange Vorfinanzierung trüben die Bilanz

Zwei Punkte verhageln am Hohen Stein die Kalkulation: Das Gebiet ist sehr groß und es liegt fernab.

Aufgrund der Größe wird es Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis die Fläche vollständig verkauft und besiedelt ist, also Geld eingeht. Erschließungen aber, wie z.B. ein Abwasserkanal müssen vorher über große Entfernungen an den Hohen Stein verlegt werden und zwar mit der Kapazität, die erst am Ende benötigt wird. Ein klassisches cash-flow-Problem, sagt der Controller.

Erstmal wird nichts verdient

Wenn hoffnungsvoll von der Ansiedelung neuer Unternehmen gesprochen wird, darf nicht übersehen werden, dass es Jahre dauert, bis ein neues Unternehmen break-even geht, also nach allen Anfangsinvestitionen Gewinne erwirtschaftet. So lange muss eine Kommune vorfinanzieren, d.h. auf ihr Geld warten. Das steigert die Schulden.

Arbeitskräfte fehlen

Schon heute - und aufgrund der demografischen Entwicklung künftig noch mehr - fehlen Fachkräfte. Die Absolventenjahrgänge werden kleiner, bereits jetzt bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Bevölkerungszahlen in Worms beginnen zu stagnieren, der leichte Anstieg der vergangenen Jahre schwächt sich ab.

Woher also sollen in 10 Jahren die Arbeitskräfte für die erhofften Gewerbeansiedelungen kommen? Sie werden einpendeln müssen  und das Verkehrsaufkommen weiter steigern.

Risiko Rezession

Die Rezession in Europa hat mittlerweile Deutschland erreicht. Niemand kann verlässlich sagen, welche wirtschaftliche Entwicklung uns bevorsteht und ob die durchstandene Wirtschaftskrise nicht nur ein Vorspiel war. Ist dies der Zeitpunkt, in Großprojekte zu investieren?

Mittelstand und Handwerk verlieren

Sollte die angestrebte Ansiedlung großer Unternehmen gelingen, so werden diese (wenn es nicht gerade Logistiker sind) am Arbeitsmarkt attraktiver auftreten können (Bezahlung, Image, Zusatzleistungen) als z.B. Wormser Handwerker und ansässige mittelständische Unternehmen. Diese werden gute Kräfte verlieren und für weniger gute mehr zahlen müssen.
Sicher, auch der Handwerker braucht einen Firmenstandort, aber eben keine Sieben-Hektar-Parzelle, wie der Hohe Stein sie bietet.