das Bündnis Hoher Stein war am 6. und 7. April bei 'Worms blüht auf' mit einem Infostand samt rollender Strohpuppe präsent. Mehr als 30 Aktive Flächenschützer führten in der Fußgängerzone tausende Gespräche mit Wormser Bürgerinnen und Bürgern und diskutierten mit Ihnen über die bedrohte Natur und die 140 Hektar fruchtbarer Ackerflächen am Hohen Stein.

Gegen die Landzerstörung und die Gefährdung des Wormser Stadtklimas unterschrieben 1.400 Wormser und unterstützen so das Bündnis.
In zahlreichen Gespächen zollten die Passanten Anerkennung für den Einsatz der Bündnisaktivisten und äußerten die Einschätzung, dass das Industriegebiet wohl nicht mehr zu verwirklichen sei. "Macht weiter so!", war eine häufig gehörte Aufmunterung der Wormser Bürger.

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Foto B.Prior, (aufgrund der 40-fachen Vergrößerung hat man im Hintergrund Blick auf Bockenheim)

am Wochenende konnten wir überraschend mehrere große Gruppen von Kranichen am Hohen Stein beobachten. Am gestrigen Montag, den 11.3. konnte Hr. Prior sen. 70 Kraniche zählen. Bereits am Samstag, den 9.11. gelangen Dr. Bernd Prior (jun.) beeindruckende Aufnahmen der großen Zugvögel auf der Fläche des geplanten Gewerbe- und Industriegebietes. Mit starkem Teleobjektiv konnte der vogelkundige Jäger die aus ihren Überwinterungsgebieten in Spanien und Frankreich kommenden 'Überflieger' detailgenau ablichten. Auf der Aufnahme erkennt Werner Kutz vom NABU auch einen Jungvogel an seinem noch bräunlichen Nackengefieder.

Es ist verständlich, dass die IHK am Montag auch einmal versuchte, sich mit Ihrer Forderung nach möglichst viel Gewerbefläche Gehör zu verschaffen. Unverständlich bleibt uns jedoch, wie man eine Veranstaltung "Dialog" nennen kann, und uns dabei als kritische Stimmen ausschließt.

Da wir trotz Kontaktaufnahme abgewiesen wurden, demonstrierten wir friedlich mit 10 Traktoren vor der Veranstaltung um die von der IHK gestellte Frage "Chance oder Irrweg?" draußen zu beantworten.

Da wir keine Angst vor anderen Meinungen haben, luden wir die IHK in aller Form zum Gespräch Mitte April ein. Hoffen wir, dass die IHK nicht kneift und so hören kann, dass wir nicht gegen eine wirtschaftliche Entwicklung sind, aber für einen sparsamen Umgang mit kostbarer Natur und fruchtbaren Äckern.

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Schutz des wertvollen Landes und für eine Zügelung des Landfraßes

Am Montag den 04.03.2013 tagte der rheinhessische Bauernverband im Wormser und verabschiedete eine Resolution zum Schutz wertvollen Landes und für eine Zügelung des Landfraßes. Die Landwirtschaftsorganisation setzt sich auch in Mainz und Berlin für ein Gesetz ein, das Felder ebenso schützt, wie dies beim Wald seit Jahren Rechtslage ist.
Die Landwirte wissen, dass Unternehmen da und dort bauen müssen.
Eine völlig überdimensionierte Versiegelung in der Größe eines neuen Stadtteils ohne echten Nachweis des Bedarfs muss jedoch schlicht verboten werden.

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Wachstumsrate im Feburar verdoppelt - 1000 Unterstützer kamen dazu!

Am Samstag, den 2. März 10 Uhr haben wir unsere 4.000. Unterstützerin begrüßt. Es ist die in Horchheim hausärztlich tätige Internistin und Diabetologin Frau Ariane Jeschek.

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Sie machte sich für ihre Patienten stark und sagte:" von Industrie Gewerbe oder Logistik am Hohen Stein wären meine Patienten besonders betroffen.

ab 17.30 Uhr vor FH (IHK) und ab 18.30 Uhr am Wormser

die Fortführung des bisherigen überhöhten Flächenverbrauchs von 10 Hektar jährlich würde der Stadt Worms schaden, denn er gefährdete

  • das Stadtklima
  • die Versorgung mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln und
  • die bei uns noch vorkommenden Arten an Pflanzen und Tieren.

Engagement für den Erhalt des Hohen Steins

von Prof. Dr. Werner Zager

Was unser Verhältnis zu unserer Mitwelt betrifft, ist für mich als evangelischer Christ das Gebot, die uns anvertraute Schöpfung auch für künftige Generationen zu bewahren, von grundlegender Bedeutung. Um mit dem jüdischen Philosophen Hans Jonas zu sprechen, sollte sich unser Verhalten von der Weisung bestimmen lassen: „Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden." Ein solcher Imperativ steht einerseits im Einklang mit dem von Hans Küng formulierten „Weltethos" und kommt andererseits in dem Gedanken einer nachhaltigen Entwicklung zum Ausdruck. Hier besteht übrigens ein weitreichender gesellschaftlicher Konsens. Jedenfalls theoretisch. Nun gilt es diesen Konsens auch in die Praxis umzusetzen – und zwar ganz konkret vor Ort. Und dies ist der Grund, warum sich Christen für den Erhalt des Hohen Steins einsetzen sollten. Getreu der Weisung des Jakobusbriefs: „Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein!"

Angesichts der Tatsache, dass 870 Millionen Menschen – d.h. etwa jeder achte Mensch – auf dieser Erde hungert, ist nicht zu verantworten, dass sehr fruchtbares Ackerland auf dem Hohen Stein – es zählt zu den besten Böden Deutschlands, ja weltweit – der Nahrungsmittelproduktion entzogen wird. Im Kontext einer globalisierten Wirtschaft bedeutet dies nämlich, dass wir noch mehr Nahrungsmittel einführen müssten, als dies ohnehin bereits der Fall ist – zu Lasten der Ärmsten dieser Erde.

Erinnert sei an die Denkschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland aus dem Jahr 2009, die den Titel trägt: „Umkehr zum Leben. Nachhaltige Entwicklung im Zeichen des Klimawandels". Darin ist zu lesen: „Armutsüberwindung und Ernährungssicherung erfordern auch eine Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit im umfassenden Sinne, also die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressourcen Wasser und Böden und den Schutz gefährdeter Ökosysteme."

Weiterhin ist das Argument für ein Gewerbe- und Industriegebiet auf dem Hohen Stein, dass dadurch neue Arbeitsplätze entstehen, nicht stichhaltig. Denn durch die Vernichtung wertvoller landwirtschaftlicher Flächen entfielen zugleich Arbeitsplätze in der Landwirtschaft. Außerdem gilt es die negativen klimatischen Folgen zu bedenken, die die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Worms erheblich beeinträchtigen werden. Die Industrieansiedlungspolitik in Worms der letzten Jahre hat nicht zur Entstehung qualifizierter Arbeitsplätze beigetragen. Es sind vorzugsweise solche im Niedriglohnsektor entstanden, einhergehend mit großem Flächenverbrauch, Lärm- und Umweltbelastung sowie Abnutzung des Straßennetzes. Solches wäre dann auch für den Hohen Stein zu erwarten. Will man wirklich die Schaffung hochqualifizierter Arbeitsplätze ermöglichen, so lässt sich das an anderen Stellen unserer Stadt realisieren. Jedoch bedarf es dazu ganz anderer Anstrengungen.

Die Mitglieder des Wormser Stadtrates sind folglich aufgefordert, ihrer hohen Verantwortung gerecht zu werden, sich nicht den Politikverdrossenheit befördernden Fraktionszwängen unterzuordnen und stattdessen auf ihr Gewissen zu hören und ihrem eigenen Menschenverstand zu folgen – zum Wohle der Bevölkerung und im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung unserer Region. Möge das große Engagement Vieler im Bündnis Hoher Stein zum erhofften Erfolg führen.

[in leicht veränderter Form erschienen in der Ausgabe „Unser Gemeindebrief" der Evangelischen Dreifaltigkeitsgemeinde Worms, Nr. 1/2013]

Mit Bioland Rheinland-Pfalz und Pax Christi Worms sind zwei weitere Verbände dem Bündnis Hoher Stein beigetreten um den Kampf um den Schutz der Böden für nachfolgende Generationen zu unterstützen. Damit sind aktuell 15 Organisationen Mitglied im dynamisch wachsenden Bündnis.

IMG 3873 400Der Vorsitzende des Bioland-Landesverbandes Rheinland-Pfalz, Manfred Nafziger, begründete den Beitritt: "Wir können nicht auf der einen Seite in unseren landwirtschaftlichen Betrieben nach Kräften die anvertrauten Böden schützen und auf der anderen Seite zusehen, wie in Worms 140 Hektar bester Ackerböden für eine fragwürdige Hoffnung auf Profit geopfert werden sollen. Unser Bio-Engagement gilt dem Erhalt von Natur und Böden!"
Zustande gekommen war der Kontakt über den Bioland-Betrieb Weingut Goldschmidt in Pfeddersheim, dessen Inhaber Elke und Uli Goldschmidt seit der Gründung des Bündnis Hoher Stein aktiv in der BI mitarbeiten.

Das Bündnis Hoher Stein informiert die Bürger am

Feldhamster Foto T E Reiners-260Das Bündnis Hoher Stein informiert über das Vorkommen geschützer Arten am Hohen Stein

In unserer Artenliste informieren wir über das Vorkommen geschützter Arten am Hohen Stein. Spektakulär ist dabei eine Population von derzeit ca. 50-100 Feldhamstern, die sich sogar positiv zu entwickeln scheint. Der Feldhamster ist durch deutsches und v.a. europäischen Recht umfassend geschützt und stellt daher ein unüberwindliches Hindernis bei der Bebaung der fruchtbaren Äcker dar.

Neben dem Hamster als Säugetier dokumentierten Fachleute des Bündnis Hoher Stein über Monate hinweg zahlreiche weitere geschütze Vogelarten wie z.B. Wachtel, Grauammer, Steinkauz oder Feldlerche sowie geschützte Pflanzen wie den Acker-Rittersporn.

Unsere wichitgste Forderung lautet nun:

Erstellung eines zeitnahen und unabhängigen Fachgutachens mit Kartierung zur Hamsterpopulation.

Im Mai werden die Hamster nach ihrem derzeitigen Winterschlaf an die Oberfläche kommen und dann muss der Gutachter vor Ort sein.

Die Untersuchungsergebnisse werden dann Anlass sein, das Projekt "Gewerbe- Technologie und Industriepark Am Hohen Stein (GTIP)" zu stoppen und so maßlosen Landverbrauch zu verhindern. Die Unterlagen stellten wir auch der Stadtverwaltung Worms und dem beauftragten Büro Prof. Koch zu.

Folgende Unterlagen stellt das Bündnis zur Verfügung

Heute erleben wir den Anfang vom Ende des Hohen Steins

Sicher wird es noch sehr langer Zeit des Engagements bedürfen, bis das rückwärtsgewandte Projekt endgültig gebannt ist und entsprechend der Flächennutzungsplan und der Regionale Raumordnungsplan rechtskräftig geändert sind, so dass der Hohe Stein dort wieder - wie zuvor - als Vorranggebiete für Landwirtschaft ausgewiesen sind.
Erst dann, wird das Bündnis Hoher Stein seine Auflösung feiern können und Worms sich unumkehrbar auf eine zukunftsfähige und nachhaltige Form der Wirtschaftförderung festgelegt haben.

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