9 Monate ist es her...

Am 22.12.2012 verkündete der derzeit amtierende Oberbürgermeister M. Kissel, er habe eine Konflikt-Potential-Analyse zum Hohen Stein in Auftrag gegeben, wobei er zunächst irreführend behauptete, es handle sich um ein Klima­gutachten.

Für 32.844,- € brutto zzgl. 6% Nebenkosten wurde ohne Hinzuziehung des Bereiches 3 (Umwelt) beim Stuttgarter Büro "Planung + Umwelt" von Prof. Dr. Michael Koch ein Papier "zur gutachterlichen Einschätzung potenzieller Konflikte" am Hohen Stein bestellt.

Das alles liegt nun genau 9 Monate zurück und jedermann und noch mehr jedefrau weiß, wozu die menschliche Natur in 9 Monaten fähig ist. Im Angebot des beauftragten Büros wurde im Dezember sogar ein "Zeitrahmen" benannt. Dieser lautete für die 3 nötigen Kapitel (Klimarelevanz, Artenschutz, Lärmschutz): Januar bis Februar 2013.

Wo also bleiben nun die Ergebnisse?

Ein vergleichsweise kleiner Teil der "gutachterlichen Einschätzung",  befasst sich mit der 6.996,80€ teuren, nächtlichen Messung von Lufttemperaturen in einem Planquadrat zwischen Pfeddersheim, Leiselheim, Wiesoppenheim und Heppenheim.

Für solche Messungen braucht es - vereinfacht gesagt - eine windstille, klare Nacht. Die gibt es zwar nicht jeden Tag, doch herrschte diese Wetterlage in den letzten 36 Wochen sicher mehr als einmal.

Nachdem nun auch die Ferienzeit passé ist, gibt es nun keinerlei fachliche Gründe, weshalb es nicht möglich sein sollte, endlich Ergebnisse zu liefern. Politisches Kalkül wie etwa anstehende Wahlen spielen ja sicherlich keine Rolle.

Ergebnisse sofort offenlegen

Es ist daher nicht länger hinnehmbar, dass Wormser Bürger nach neun Monaten und somit 7 Monate nach dem veranschlagten "Zeitrahmen" immer noch nicht erfahren, zu welcher "gutachterlichen Einschätzung" das Stuttgarter Büro gelangt: Die Ergebnnisse müssen unverzüglich publik gemacht werden.

Und bitte nicht wieder im Hinterzimmer, sondern in öffentlicher Sitzung samt Veröffentlichung im Internet, damit die, die diese Konflikt-Potential-Analyse bezahlen, sie auch lesen können: nämlich alle Wormser Bürger.

Vertane Zeit

Sofern - wovon auszugehen ist - Prof. Koch weiterführende Untersuchungen anrät, so ist zumindest beim Artenschutz für dieses Jahr der Zug bereits abgefahren. Viele Tierarten können Experten nur im Frühjahr und Sommer auf den Äckern antreffen und kartieren und das wird dann frühestens 2014 wieder möglich sein.

Auch für die Wirtschaft ist das eine schlechte Nachricht, denn egal wie die Entscheidung zwischen Innen- oder Außenentwicklung, zwischen neuem Industrie-Stadtteil oder Entwicklung im Siedlungszusammenhang ausgehen wird, sie wird sich im jedem Falle erneut um ein weiteres Jahr verschieben und auch deshalb noch mehr Geld kosten.

Bedauerlich. Es sei denn, jemand sähe einen Vorteil darin, die Ergebnisse der nächsten Studie erst nach der Kommunalwahl 2014 vorstellen zu müssen.

Eines ist sicher: "Einschlafen" wird das Thema Industrie und Logistik am Hohen Stein sicher nicht, dazu ist das Gebiet Tausenden von Wormser viel zu wertvoll.