Schutz des wertvollen Landes und für eine Zügelung des Landfraßes

Am Montag den 04.03.2013 tagte der rheinhessische Bauernverband im Wormser und verabschiedete eine Resolution zum Schutz wertvollen Landes und für eine Zügelung des Landfraßes. Die Landwirtschaftsorganisation setzt sich auch in Mainz und Berlin für ein Gesetz ein, das Felder ebenso schützt, wie dies beim Wald seit Jahren Rechtslage ist.
Die Landwirte wissen, dass Unternehmen da und dort bauen müssen.
Eine völlig überdimensionierte Versiegelung in der Größe eines neuen Stadtteils ohne echten Nachweis des Bedarfs muss jedoch schlicht verboten werden.

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Auch vor dem Wormser machten Traktoren mit Transparenten pressewirksam auf den Schutz der Böden aufmerksam. Erneut berichteten über diese Aktion außer der regionalen Presse auch der Südwestfunk.

Resolution gegen den Flächenfrass in Rheinhessen

Über den unwiederbringlichen Verlust wertvoller landwirtschaftlicher Flächen machen sich die Mitglieder des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V. große Sorgen.

  • Bei Ausweisung und Bebauung neuer Wohn- und Gewerbegebiete sowie für Infrastrukturprojekte (Straßen, Hochwasserschutz, Rohstoffabbau, etc.) gehen fast immer landwirtschaftliche Flächen verloren.
  • Die durch Landwirte und Winzer genutzte Fläche ist dadurch in den letzten 40 Jahren in Rheinland-Pfalz um 22 Prozent kleiner geworden.
  • Bundesweit liegt der tägliche Flächenverbrauch bei 90 Hektar, auch in Rheinhessen hält der Flächenverbrauch unvermindert an.

Der BWV-Kreisverband Alzey-Worms im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. fordert daher:

  • Die Nutzung aller Möglichkeiten, den anhaltenden Flächenverbrauch zu reduzieren.
  • Die Innenentwicklung, also die Schließung von Baulücken und die Schaffung neuen Gewerbe- und Wohnraums im Bestand, soll Vorrang vor der Außenentwicklung haben.
  • Beim Naturschutzausgleich müssen Flächen schonende Lösungen Vorrang haben – nicht zuletzt bei den Herausforderungen im Zuge der Energiewende! Dabei geht es auch um eine faire Vergütung für die Nutzung unseres Eigentums beim Netzausbau.
  • Die Schaffung eines Schutz- und Erhaltungsgesetzes für landwirtschaftliche Flächen vergleichbar zum Waldgesetz. Äcker dürfen nicht länger „Restraum“ der Planer sein.
  • Schon jetzt bei regionalen Diskussionen, wie der geplanten Ausweisung des Gewerbegebietes „Am Hoher Stein“ in Worms, intelligente Lösungen dem Verzehr von über 100 Hektar bester Böden vorzuziehen. Auch auf diesen Böden tragen die Landwirte ihren Beitrag für eine Versorgung einer immer größer werdenden Weltbevölkerung bei.

Wir fordern die Bundesregierung, die Landesregierung Rheinland-Pfalz sowie die Kommunen in Rheinhessen auf, endlich gemeinsam mit der Landwirtschaft gegen dem maßlosen Landfrass vorzugehen.

Dies liegt nicht nur im Interesse der Landwirtschaft, sondern sichert die regionale und wirtschaftliche Versorgung auch künftiger Generationen. Denn nichts geht ohne Fläche!

Worms, den 04. März 2013
BWV-Kreisverband Alzey-Worms